Schulbildung

Geflüchtete Kinder zwischen 6 und 15 Jahren, die die Erstaufnahmeeinrichtung verlassen haben und einer Kommune zugewiesen wurden, sind schulpflichtig. An einigen Schulen gibt es spezielle Klassen für Schüler aus dem Ausland, die noch nicht gut genug deutsch sprechen oder nicht lateinisch alphabetisiert sind (DaZ-Klassen). Das Ziel ist aber, dass diese Kinder möglichst schnell, spätestens nach 2 Jahren, in die Regelklassen kommen und zusammen mit den anderen Schülern unterrichtet werden. Im Aufnahme- und Beratungszentrum des Schulamtes in Weilburg können Sie sich beraten lassen, welche Schule für Ihr Kind passend ist.

Nach dem Kindergarten gehen alle Kinder in Deutschland für 9 bis 10 Jahre in die Schule; das ist Pflicht. Wenn sie 6 Jahre alt sind, gehen sie zuerst 4 Jahre in die Grundschule. Ein Schuljahr beginnt in Hessen im August. Wenn das Kind neu auf die Schule kommt, muss es jedoch bereits im März oder April dort von den Eltern angemeldet werden.

Staatliche Schulen sind immer kostenlos. Jungen und Mädchen werden gemeinsam unterrichtet und lernen lesen, schreiben und rechnen. In den Pausen können sie essen und draußen spielen. Der Unterricht geht von morgens bis mittags, in manchen Schulen gibt es auch ein warmes Mittagessen und eine Nachmittagsbetreuung. An einigen Schulen wurden spezielle Klassen für Schüler aus dem Ausland eingerichtet, die noch nicht gut genug deutsch sprechen oder nicht lateinisch alphabetisiert sind (DaZ-Klassen).

Manche Kinder brauchen zusätzliche Hilfe in der Schule, zum Beispiel wenn sie körperlich oder geistig krank oder behindert sind. Sie können auf spezielle Schulen gehen, die darauf eingestellt sind (Schulen für Körperbehinderte, Blinde, Hörgeschädigte…). Je nachdem, wie sehr die Kinder im Alltag Hilfe brauchen, können sie dauerhaft auf einer Förderschule bleiben und dort einen Schulabschluss machen oder nach einiger Zeit auf eine allgemeine Schule gehen. Im Aufnahme- und Beratungszentrum des Schulamtes (Weilburg) können Sie sich beraten lassen, welche Schule für Ihr Kind passend ist.

Um zu testen, was die Schüler im Unterricht gelernt haben, gibt es ab dem 3. Schuljahr regelmäßig Tests und Prüfungen, die mit einer Note von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend) bewertet werden. Die Noten aus den einzelnen Schulfächern werden zweimal im Jahr in einem Zeugnis aufgelistet, das die Kinder mit nach Hause nehmen. Auf dem Zeugnis wird auch das Sozialverhalten des Kindes in der Schule bewertet.

Zeugnisse und Noten sind sehr wichtig; sie bestimmen zum großen Teil, welche Schule das Kind nach der Grundschule besuchen kann, ob es in die nächsthöhere Klasse versetzt wird, welchen Abschluss es bekommt und was es nach der Schule machen kann. Wenn man später eine Ausbildung, einen Studienplatz oder Arbeit sucht, muss man seine Zeugnisse immer vorzeigen. Es gibt verschiedene Arten von Schulen, die nach der Grundschule zur Auswahl stehen. Beim Schulwechsel ist das Kind ungefähr 10 Jahre alt.

Die Hauptschule wird 5 Jahre besucht und endet mit dem Hauptschulabschluss. Bei guten Noten kann freiwillig noch ein Jahr angehängt werden, um den „qualifizierenden Hauptschulabschluss“ zu erhalten und die Chancen auf einen Ausbildungsplatz zu erhöhen. Nach der Hauptschule sind die Jugendlichen 15 oder 16 Jahre alt, die Schulpflicht endet aber in der Regel erst mit 18 Jahren. Die Jugendlichen können danach entweder auf eine höhere Schule (Realschule) gehen und einen höheren Abschluss machen, wenn ihre Noten gut genug sind, oder sie gehen auf eine Berufsschule, wenn sie einen Ausbildungsplatz bekommen haben.
Die Realschule wird 6 Jahre besucht und endet mit dem Realschulabschluss („Mittlere Reife“). Dann sind die Jugendlichen 16 Jahre alt, also fehlen auch hier noch ca. 2 Jahre bis zum Ende der Schulpflicht. Mit guten Noten können die Jugendlichen wiederum auf eine höhere Schule (Gymnasium) gehen und einen höheren Abschluss machen. Alternativ können sie eine Ausbildung beginnen, wenn sie einen Ausbildungsplatz gefunden haben.
Das Gymnasium wird 8 bis 9 Jahre besucht und endet mit dem höchsten Schulabschluss, dem Abitur („Hochschulreife“) oder Fachabitur („Fachhochschulreife“). Es gibt sogenannte allgemeine und berufliche Gymnasien. Letztere bieten eine spezielle Fachrichtung an, wie zum Beispiel Wirtschaft, Technik oder Gesundheit. Beim Abitur sind die Schüler normalerweise 18 bis 19 Jahre alt und haben somit die Schulpflicht erfüllt. Sie können danach entweder eine Ausbildung machen oder an einer Universität oder Fachhochschule studieren.

Es gibt in Deutschland auch Schulen, an denen die Schüler mehrere Abschlüsse am gleichen Ort machen können, diese heißen Gesamtschulen. Je nach Leistung der Schüler kann dort zwischen den Schularten gewechselt werden.

Zur Schule gehören in Deutschland auch gemeinsame Ausflüge, Aufführungen, Klassenreisen und Schulfeste. Sie sind sehr wichtig für die Kinder, denn dabei machen sie neue Erfahrungen, können Freundschaften schließen und ihre Fähigkeiten stärken.

Je nach Bundesland haben Schüler 4-6 Mal im Jahr mehrere Wochen Ferien und Feiertage, in denen sie nicht zu Schule gehen (insgesamt 75-90 Tage im Jahr). Diese Zeit sollen sie nutzen, um sich zu entspannen und zu tun, was ihnen Spaß macht. Auch Kitas haben Ferienzeiten, die sich aber von den Schulferien unterscheiden können. Für Eltern ist es daher wichtig, sich frühzeitig zu informieren, wann Ferien sind, damit ihre Kinder anderweitig versorgt werden können (vor allem, wenn die Eltern arbeiten müssen).
Wichtig ist für Eltern auch, an den regelmäßigen Elternabenden und Elterngesprächen teilzunehmen, an denen sie von den Lehrern etwas über das Verhalten und den Lernerfolg ihres Kindes erfahren und Hilfe bei Problemen bekommen.

Quelle:

https://kultusministerium.hessen.de/foerderangebote/foerderung-von-sprachkompetenz/gesamtsprachshyfoerderkonzept/intensivklassen-und

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